Begleiteter Umgang (§ 18, Abs. 3, SGB VIII)

Begleitung und Beratung zum Wohl des Kindes

Beim begleiteten Umgang wird einem Elternteil (oder anderen Umgangsberechtigten) der Umgang mit dem Kind bei Anwesenheit einer neutralen, psychologisch geschulten Person gewährt, welche den Umgang überwacht und dafür sorgt, dass er zum Wohl des Kindes verläuft.

Hintergrund

Eltern und Kinder haben auch nach einer Trennung oder Scheidung das Recht auf Umgang miteinander. Häufig kommt es dabei zu Fällen, in denen der das Kind betreuende Elternteil den alleinigen Umgang des Umgangsberechtigten mit dem Kind verweigert.

In strittigen Fällen kann per Vergleich, Gerichtsbeschluss oder auf Vorschlag des Jugendamtes der betreute Umgang angeordnet bzw. vereinbart werden. Eine Anordnung kann auch erfolgen, wenn nach Auffassung des Familiengerichts ansonsten eine Gefährdung des Kindeswohls gegeben wäre. Im Auftrag des Jugendamtes begleiten wir diese Besuchskontakte. Hierfür können wir unsere Büros in Warendorf und Oelde zur Verfügung stellen.

Ausgangspunkt der Hilfestellung ist das vorhandene Lebensumfeld beider Parteien, wobei die pädagogische Arbeit im Sinne eines lösungsorientierten Ansatzes darauf abzielt, die am Prozess beteiligten Personen zu befähigen, ihre individuellen Ressourcen und Potentiale zu entdecken und konstruktiv zur Konfliktlösung und Konfliktbewältigung zu nutzen.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an:

  • Kinder und Eltern in belasteten Trennungs- und Scheidungssituationen – beispielsweise im Kontext von Umgangsverweigerung oder Kontaktverunsicherung;
  • Kinder und Eltern, bei denen die Ausgestaltung des Umgangsrechts auf Grund einer Weisung des Familiengerichts im Rahmen von Sorgerechtsentscheidungen reglementiert wurde;
  • Elternteile (oder andere Umgangsberechtigte), die den Umgang mit dem Kind nicht in eigener Verantwortung durchführen können – beispielsweise bedingt durch psychische Behinderung oder Suchterkrankung
  • Elternteile, bei denen eine Gefährdung des Kindeswohls während der Umgangskontakte nicht ausgeschlossen werden kann – beispielsweise durch die Gefahr einer Kindesentziehung oder bei vorliegendem Missbrauchsverdacht;
  • Kinder und Jugendliche, die nach einer Trennung der Eltern, nach längerer Abwesenheit eines Elternteils, oder auf Grund eigener stationärer Unterbringung (Klinik, Jugendhilfeeinrichtung, u.ä.) einer professionellen Unterstützung, Beratung und Begleitung beim Umgang mit den Eltern bedürfen.

Ziele

Ziele, Inhalte und Ausgestaltung der Maßnahme werden in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt und den Leistungsberechtigten bzw. -empfängern einzelfallorientiert vereinbart. Richtziel ist der Abschluss einer tragfähigen Elternvereinbarung, so dass der Umgang künftig ohne Begleitung durchgeführt werden kann.

Die konkreten Ziele können für drei Ebenen formuliert werden:

Kind-Ebene: Wahrung der Interessen und Bedürfnisse des Kindes/Jugendlichen, Abgrenzung von den Elternkonflikten/-problemen, Stärkung des Kindes/Jugendlichen, Identitätsentwicklung, Ausschluss von Gefährdungsrisiken wie z.B. (erneuten) Traumatisierungen, etc.

Eltern-Ebene: Entwicklung von Dialogkompetenzen und Sensibilisierung für die Bedürfnisse des Kindes/Jugendlichen, Unterstützung bei der konstruktiven Ausübung elterlicher Verantwortung, Überwindung von konfliktreichen Familienkonstellationen, etc.

Eltern-Kind-Ebene: Förderung elterlicher Kompetenzen und kindlicher Potentiale, Verstehen der belastenden Problemfaktoren (z.B. psychische Probleme), Erlernen von Konfliktlösungsstrategien zum Wohle des Kindes/ des Jugendlichen, etc.

Haben Sie Fragen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds


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